Viele Konflikte innerhalb von Migrationsfamilien entstehen dadurch, dass die Eltern noch mit Werten der Herkunftskultur behaftet sind, die Kinder aber durch die Sozialisation in Deutschland mit anderen Werten konfrontiert werden, sich entsprechend identifizieren und sich an diesen Werten eher orientieren, als an den Werten der Eltern, für die sie in der hiesigen Gesellschaft keine Dependance finden.

 

Aufgrund eigener Migrationserfahrung als Kind und Jugendlicher in der Türkei (3 Jahre) und in Nigeria (13 Jahre) habe ich bereits früh Kontakt zu anderen Kulturgruppen erlebt und konnte diese bisher erfolgreich als Brücke bei der Beratungsarbeit in Familien mit Migrationshintergrund einsetzen, vor allem wenn es darum ging, Kulturunterschiede und Generationswechsel (Eltern / Kinder) im Kontext der Kulturunterschiede für die Betroffenen einsehbar und verstehbar zu machen.

 

Die oftmals schwierige Aufgabe, die Kinder im deutschen Kulturkreis mit den vorhandenen Werten aufwachsen zu lassen und zu akzeptieren, dass sie auch die Werte der Kultur annehmen, stellt für manche Eltern ein scheinbar unüberwindbares Hindernis dar.

 

Vielfach wird mit Zwang und Druck versucht, die Kinder dazu zu bewegen, die Werte der Eltern auch in diesem Gesellschaftssystem zu übernehmen, was häufig zu großen Konflikten in der Erziehung führt, vor allem, wenn die Kinder pubertieren und ihre Persönlichkeitsentwicklung einen Weg geht, den die Eltern immer weniger beeinflussen können.

 

Erst die Erkenntnis der Tatsache, dass die Kinder sich später auch als Erwachsene in diesem Kulturkreis behaupten müssen und daher die Werte dieses Gesellschaftssystems dringend für das soziale und wirtschaftliche Überleben verinnerlichen müssen, führt langsam zu mehr Toleranz der Eltern gegenüber der Entwicklung der Kinder.

 

Beispiel: Eine afrikanische Mutter von Zwillingssöhnen (drei Jahre alt) äußerte mir gegenüber bei einem der ersten Beratungsgespräche, dass sie wünsche, dass ihre Kinder nach englischem Schulsystem erzogen werden sollen, weil sie dem deutschen Erziehungssystem nicht vertraue. Die Antwort meinerseits, dass sie dafür nach England ziehen müsse, brachte mir zunächst Misstrauen und Ablehnung ein. Im weiteren Verlauf der Beratung (zwei Jahre) und im damit verbundenen Umgang mit dem hiesigen Kindergarten- und Schulsystem und die Annahme besonderer Fördermaßnahmen für einen der beiden Söhne, erzeugte mit der Zeit Vertrauen seitens der Mutter und heute sind beide Söhne in ihrer Entwicklung sehr weit vorangekommen, da der eine das Gymnasium besucht und der andere die Realschule.

 

Aus Gründen der Vielschichtigkeit der Problemlagen von Migrationsfamilien können hier nicht alle erwähnt werden, Lösungen lassen sich aber in vielen Fällen positiv erarbeiten.

 

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