Die „Family Group Conference“ stammt von ihrem Ursprung her aus der Kultur der neuseeländischen Ureinwohner, der Maori.

Wenn in deren Gemeinschaft ein Konflikt aufkam, wurde der Alltag so lange angehalten und der Konflikt diskutiert, verhandelt und reflektiert, bis eine für alle Beteiligten tragbare Lösung gefunden wurde, die dann in gemeinsamen Einvernehmen auch in die Tat umgesetzt wurde. Diese „Palaver“ konnten bis zu mehrere Tage dauern, da es für die Gemeinschaft überlebenswichtig war – und ist -, einen friedlichen und verantwortungsbewussten Konsens zu haben, auf der die Gemeinschaft sich begründen kann. Ein Konflikt bedroht dieses Fundament und von daher auch die Gemeinschaft in ihrer Kohäsion.

Das Jugendamt Neuseeland hat diese Methode in das Jugendhilfesystem aufgenommen und dabei die richterlichen Interventionen auf fünf Prozent reduziert.

Zu fünfundneunzig Prozent werden die Konflikte, Auffälligkeiten oder Delinquenzen mit dem System selbst, als auch den angrenzenden Systemen (wie Schulen oder Ausbildungsstellen, Polizei, Gerichtshilfe, betroffene Nachbarn oder Opfer) gemeinsam per FGC gelöst.

 Die FGC wird von einem Koordinator koordiniert und organsiert. Ziel ist es, so viele hilfsbereite und –fähige, als auch verantwortungsbewusste Personen im und um das System herum zu einem Termin zusammenzubringen.

Die Problemlage (Aufgabenstellung) ist allen Beteiligten bekannt, und alle Teilnehmer signalisieren durch ihre Teilnahme die Bereitschaft, Verantwortung für die Lösung der Angelegenheit zu übernehmen.

Der Koordinator eröffnet die Konferenz und ab der Anmoderation ist die Gruppe auf sich selbst gestellt. Der Koordinator kann auf Wunsch der Gemeinschaft auch als Moderator oder Mediator eintreten, wenn diese sich nicht in der Lage sieht, den Diskurs selbst zu regeln.

Grundsätzlich wird zunächst jede Lösung, die das System aus der Konferenz herausbringt, als optimale Lösung akzeptiert und in ihrer Umsetzung weiter vom Koordinator begleitet.

Falls die Gruppe zu keinem Ergebnis kommen sollte, wird der Fall vor den Familienrichter gebracht, der erst einmal alle Beteiligten fragt, ob sie nicht lieber doch noch eine weitere FGC durchführen wollen, bevor er denn sein Urteil spricht.

Der Vorteil hierbei ist, dass die Familien zu keinem Zeitpunkt ihrer Verantwortung oder den Konsequenzen ihrer Entscheidungen entlastet werden.

In unserer Gesellschaft kommt die FGC nur für Familiensysteme in Frage, die groß genug sind und über ausreichend Kompetenzen und Ressourcen verfügen, ihre Problemlage selbständig zu lösen.

Hierzu bedarf eines vorgeschalteten Clearings, um ebendiese Kompetenzen und Ressourcen, als auch die Bereitschaft des Systems einzuschätzen, sich einzulassen und die Verantwortung zu übernehmen.

 Die Family Group Conference wird in vier Phasen durchgeführt:

  1. Clearing der Situation (ca. 20 FLS)
  2. Vernetzung und Koordination der Konferenz (ca. 30 FLS)
  3. Durchführung der Konferenz (ca. 8-10 FLS)
  4. Beobachtende Begleitung des weiteren Prozesses (ca. 50 FLS über 6 Monate)

Unser Angebot

Kinder- und Jugendhilfe

Elternberatung, Familienberatung, 

systemische Familientherapie

 Beratung und Begleitung von Jugendlichen

Alle Angebote auf einen Blick

Zum Seitenanfang